Madgermanes

Ein Leben in der DDR

Alberto

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Nach langer Zeit ist mir die Lebensgeschichte von Alberto wieder eingefallen, die er mir vor dem Hauptquartier erzählte.

Die Geschichte von Alberto ist sehr traurig und, wie ich finde, beispielhaft für die Situation, in die einige der Gastarbeiter getrieben wurden.

Alberto hatte, wie viele andere auch, eine Freundin in der DDR gefunden und sie haben zusammen Kinder bekommen. Die Regierungen beider Länder waren gegen solche Partnerschaften, aber verhindern konnten sie sie nicht.

Alberto erzählte mir, er und seine Freundin wollten heiraten und hatten das Aufgebot schon bestellt. Trotzdem wollte Alberto vor der Heirat nochmal zurück nach Mosambik, um seine Mutter zu sehen und sie mit nach Deutschland zur Hochzeit zu nehmen. Als er jedoch in Mosambik ankam, wurde ihm, wie so vielen Heimkehrern, der Pass abgenommen, was bedeutete, dass eine Rückkehr nicht mehr möglich war.

Er berichtete, dass alle Versuche einen neuen Pass zu bekommen – über deutsche oder mosambikanische Behörden – fehl schlugen. Alberto musste nun die schmerzliche Wahrheit akzeptieren und sein geplantes Leben in Deutschland aufgeben.

Seine Verlobte und seine Kinder wird er nicht mehr wieder sehen.

Was seine Verlobte und seine Kinder fühlten, konnte er nicht wirklich beschreiben. Er hatte anfänglich noch Briefkontakt. Aber nach und nach mussten beide Seiten ein neues Leben in ihren Ländern anfangen.

Die alten Fotos und Erinnerungen besitzt er noch heute und hat sie mir bereitwillig gezeigt.

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