{"id":2,"date":"2011-04-13T17:56:53","date_gmt":"2011-04-13T17:56:53","guid":{"rendered":"http:\/\/madgermany.de\/?page_id=2"},"modified":"2019-02-24T15:56:59","modified_gmt":"2019-02-24T13:56:59","slug":"eine-seite","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/madgermany.de\/?page_id=2","title":{"rendered":"Madgermanes"},"content":{"rendered":"<p>Vor 30 Jahren wurde Mosambik als eines der letzten L\u00e4nder in Afrika unabh\u00e4ngig. Dem war ein bewaffneter Kampf gegen die Kolonialmacht Portugal vorangegangen, der wiederum zur Destabilisierung und schlie\u00dflich zum Sturz der dortigen faschistischen Diktatur im Jahr 1974 beigetragen hatte. 1974, als Mosambik kurz vor seiner Unabh\u00e4ngigkeit stand, nahm die DDR Beziehungen zu diesem Land auf, die f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter in einem Staatsvertrag m\u00fcndeten und zu einer Partnerschaft f\u00fchrte, die bis zum Ende der DDR anhielt. Viele DDR-B\u00fcrger arbeiteten Jahre als Entwicklungshelfer in Mosambik und halfen, das Land aufzubauen.<\/p>\n<p>Die DDR heuerte aber auch Mosambikaner (neben Polen, Tschechen, Kubanern und Vietnamesen) als Vertragsarbeiter an und verhalf Studenten zu einem Studium in der DDR.<\/p>\n<p>Etwa 15.000 Mosambikaner lebten als Vertragsarbeiter einige Zeit in der DDR. Damals war es \u00fcblich, dass ein Teil des Lohns (bis zu 60%) auf ein Konto der mosambikanischen Regierung \u00fcberwiesen wurde. Das Geld sollte nach der R\u00fcckkehr in die Heimat ausgezahlt werden und als Startkapital f\u00fcr das weitere Leben in der Heimat dienen. Die erworbenen F\u00e4higkeiten aus der T\u00e4tigkeit in der DDR sollten f\u00fcr den Aufbau des eigenen Landes genutzt werden. Nach dem Fall der Mauer und Schlie\u00dfung vieler ehemaliger DDR-Fabriken mussten die meisten Arbeiter zur\u00fcck nach Mosambik.<\/p>\n<p>Hier tobte immer noch der B\u00fcrgerkrieg, der 1992 endlich ein Ende fand. Und seit dieser Zeit weigert sich die Regierung von Mosambik, das eingezahlte Geld der Vertragsarbeiter herauszugeben. Um ihre Wut dar\u00fcber kundzutun und endlich eine Reaktion auf ihre Anfragen an die eigene Regierung und auch an Deutschland nach dem Verbleib des Geldes zu erzwingen, besetzten etwa 40 dieser Arbeiter im Jahr 2004 die Deutsche Botschaft in Maputo.<\/p>\n<p>Und auch heute laufen die Frauen und M\u00e4nner jeden Mittwoch in einem Protestmarsch durch Maputo, an den restlichen Tagen halten sie eine Mahnwache in dem Park Jardim 28 de Maio an der Avenida 24 de Julho vor dem Toilettenh\u00e4uschen, das sie ihre \u201eZentrale\u201c nennen.<\/p>\n<p>Zwanzig Jahre nach der Deutschen Wiedervereinigung gibt es f\u00fcr mich, der im Westen aufgewachsen ist, noch viel \u00fcber die DDR zu lernen und zu entdecken. Dabei bin ich auf das Engagement der DDR in Mosambik gesto\u00dfen. Von Juni bis August 2009 habe ich zusammen mit meiner Freundin Caroline das ehemalige Partnerland Mosambik besucht.<\/p>\n<p>Unsere dreimonatige Reise in Mosambik hat uns von der Hauptstadt Maputo im S\u00fcden des Landes in den Norden bis auf die Insel Ilha do Ibo gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>In dieser Zeit habe ich viele dieser Gastarbeiter kennenlernen d\u00fcrfen. Mich interessiert, was diese Menschen, die in ihrem Land \u201eMadGermanes\u201c genannt werden, \u00fcber ihr Leben in der DDR zu berichten haben. In Maputo habe ich einige der Gastarbeiter zu ihrer Vergangenheit in der DDR befragt. Hier sind ihre Statements zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Mein Dank gilt Alfredo, Angelica, Juma, Alindu und Manuel, dass sie sich die Zeit f\u00fcr mich genommen haben und meinen Fragen gerne beantwortet haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 30 Jahren wurde Mosambik als eines der letzten L\u00e4nder in Afrika unabh\u00e4ngig. 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